Wie du während der Corona Krise kein Geld verlierst

Corona Boerse

Alle sind betroffen – Homeoffice, geschlossene Schulen und Universitäten, Quarantäne, Lock Down – We stay at home und schränken aus Solidarität unser normales Leben ein. Unsere Volkswirtschaft wird dadurch maximal belastet: Nahezu alle Geschäfte haben zu, Ein- und Ausreiseverbote beeinflussen den Handel und den Tourismusbetrieb, Betriebe, die nicht von zu Hause arbeiten können, müssen diesen einstellen. Kleine und große Unternehmen sind gleichauf betroffen – es herrscht große Unsicherheit über Jobs & Co. Das alles spiegelt sich an der Börse und somit auch in unseren Investitionen in ETFs, Fonds, Aktien, Anleihen und Co.

Warum schwanken die Kurse aktuell so stark? 

Aktienkurse beschreiben den Preis einer Aktie, also eines Anteils an einem Unternehmen. Der Preis der Aktie wird durch verschiedene Faktoren bestimmt, vor allem durch Marktgeschehnissen aus Politik und Gesellschaft, die wiederum (potenziell) die Wirtschaft beeinflussen könnten. Wenn also mehr Personen Aktien eines Unternehmens kaufen, steigt die Nachfrage nach diesen und der Preis erhöht sich (beispielsweise, wenn ein Unternehmen mehr Umsatz macht, als ursprünglich geplant). Gegenteilig passiert genau das gleiche: Geschieht etwas Unvorhergesehenes für Anleger, wird die Aktie des Unternehmens unattraktiver und Anleger verkaufen diese wiederum an der Börse – dadurch sinkt der Preis für eine Aktie.

Nun ist es so: Anleger an der Börse werden durch das Corona Virus beeinflusst und sind verunsichert. Sie glauben, dass die Kurse weiter fallen werden und verkaufen dann ihre Anteile mit in ihren Augen „dem geringsten Verlust“ so schnell wie möglich. Allerdings kann niemand wissen, wie stark oder wann die Kurse sinken – es ist also erstmal nur eine Vermutung. Es wird pauschal angenommen, dass ALLE Unternehmen von Corona wirtschaftlich betroffen sein werden – was nicht der Fall sein muss (nehmen wir beispielsweise Unternehmen im Gesundheitsbereich wie Fresenius oder Lebensmittelhersteller/Händler). Durch die gesunkene Nachfrage gibt es natürlich viel weniger potenzielle Käufer, wodurch sich der Preis der Aktien verringert und somit der Aktienkurs sinkt. Mehr Anleger verkaufen, als sie kaufen – dadurch sinkt der Preis. 

Soll ich auch verkaufen?

Viele von uns sind verunsichert was mit ihren Anlagen passiert, ob sie verkaufen sollen, halten sollen. Aktuell besteht durch die schwankenden Kurse natürlich ein höheres Risiko. Dennoch solltest Du, wenn Du auf den langfristigen Vermögensaufbau aus bist, deine Investitionen nicht verkaufen. Trotzdem kann ich verstehen, wenn man verunsichert ist. Bei Verunsicherung hilft folgendes: Dein eigenes Risiko auf dem Kapitalmarkt zu reduzieren. Das geht! Und dafür teile ich heute mit Dir fünf Tipps, wie Du dein Risiko an der Börse minimieren kannst, deine Anlagen auch in Krisenzeiten nicht verkaufen musst und ruhig schlafen kannst. 

5 Tipps dein Verlustrisiko auf dem Kapitalmarkt zu reduzieren

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1.     Notgroschen sichern

Vor allem in Krisenzeiten, aber auch sonst, ist es sehr wichtig, dass Du einen Notgroschen angespart hast – für alle Fälle. Dieser sollte „liquide“ angelegt sein – das heißt schnell verfügbar und am besten auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto geparkt sein. Ein Richtwert ist hierbei ca. 3 Monatsgehälter (netto) als Notgroschen geparkt zu haben. Denn hast du keinen Notgroschen und alles in Wertpapiere investierst, kann es passieren, dass du gezwungen bist die Wertpapiere zu verkaufen – in Krisenzeiten dann womöglich zu Verlusten. Das willst Du nicht 😉

2.     Weniger hin und her

Einige Studien zeigen, dass Anleger, die denken den Markt schlagen zu können und viel mit Wertpapieren handeln oftmals weniger Rendite erwirtschaften als Anleger die weniger handeln. Durch häufige Wertpapiertransaktionen (Kauf und Verkauf von Wertpapieren) entstehen gleichzeitig Kosten, die nicht zu unterschätzen sind und Börsengewinne reduzieren. 

3.     Nur das kaufen, was man auch versteht

Waren Buffet, einer der bekanntesten Börsengurus hat es schon lange gesagt: An der Börse entsteht Risiko, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun. Deshalb sehr wichtig: Immer nur Wertpapiere kaufen, die du verstanden hast. Wenn Du beispielsweise Aktien kaufen möchtest solltest Du dich intensiv mit dem Unternehmenskennzahlen, der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells und den Marktbedingungen auseinandersetzen. Dies trifft natürlich genau so auf andere Investments wie Fonds, Immobilien, Anleihen und Co zu. Informieren – Verstehen – Investieren. Nicht andersherum. 

4.     Anlagen breit streuen

Du solltest niemals alle Eier in einen Korb legen – also ein gesamtes Vermögen in eine einzige Anlage stecken. Denn man weiß nie was kommt. Hätte man sein ganzes Geld beispielsweise nur in die Tourismusbranche angelegt, wäre es aktuell schwierig. Je mehr du dein Anlagenportfolio aber diversifizierst, desto stärker reduzierst Du dein Risiko. Wenn es einer Branche mal schlechter geht – profitiert meist eine andere davon. Es empfiehlt sich deshalb zum einen in verschiedene Anlageklassen zu investieren (Aktien, Immobilien, Anleihen, Rohstoffe) über verschiedene Branchen und in verschiedenen Regionen der Welt. So profitierst du langfristig von einem ausbalancierten Portfolio. 

5.     Langfristig denken und handeln

Kurzfristig kaufen und verkaufen von Aktien ist schwierig, denn niemand kann wirklich vorhersehen, was passiert. Die Corona Pandemie und deren wirtschaftlichen Einfluss, hat kein einziger Börsenguru kommen sehen. Aus diesem Grund kann man nie beurteilen, wann der „perfekte“ Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt für eine Aktie da ist, daran hindern uns bestehende Informationsasymmetrien. Deshalb empfiehlt es sich Wertpapieranlagen langfristig zu halten. So können kurzfristige Kurs-Ruckgänge ausgeglichen werden. Das deutsche Aktien Institut bestätigt dies in einer Studie.

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Fazit

Auf Grund der aktuellen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Unabhängigkeiten der Corona Pandemie schwanken die Kurse an der Börse stark. Dennoch solltest du versuchen stark zu bleiben und deine Wertpapiere nicht zu verkaufen. Besser ist es dein Risiko zu minimieren indem du deinen Notgroschen sicherst, nicht hin und her tradest, bei Neukäufen immer zuerst verstehst, um was für ein Wertpapier es sich handelst, deine Anlagen breit streust und langfristig denkst und handelst. 

Wenn Du jetzt mit einem eigenen Depot durchstarten möchtest, dann kannst du in diesem Beitrag Step by Step erklärt schnell damit anfangen.

Mit Hilfe dieser Tipps übersteht auch unser Vermögen & die Altersvorsorge die Corona Krise und auch andere Wirtschafts- und Lebenskrisen! 🙂

Bleibt gesund und liebste Grüße

Hava

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3 Kommentare

  1. Dass man in der Krise trotzdem “Geld verliert”, lässt sich zumindest mit klassischen Investments natürlich nicht vermeiden. Wer allerdings nur Geld investiert hat, das auf absehbare Zeit nicht benötigt wird (so sollte es ja sein), muss die Buchverluste auch nicht realisieren – genau das ist nämlich das eigentliche Risiko, dass man plötzlich zum schlechtesten Zeitpunkt doch auf das Geld angewiesen ist.

  2. Dein Fazit höre ich derzeit nahezu täglich im Bekanntenkreis. Solange das so ist, sind wir nach meiner Meinung noch erheblich weit weg von den Tiefstkursen. Ein Boden kann sich erst bilden, wenn die Masse aufgibt, hinwirft, sich frustriert abwendet. Dieser Zustand ist dann das Fundament eines neuen Bullenmarkt.

    Diesbezüglich sollte man sich frühere Bärenmärkte genau ansehen. Geschichte wiederholt sich zwar nicht, aber die Psychologie der Menschen ändert sich nicht, so dass es immer wieder Parallelen gibt.

    Aktuell werden 100000e auf Kurzarbeit gesetzt. Das bedeutet einen Kollaps des Steueraufkommens und einen Kollaps der Nettoeinkommen. Ergo startet man eine Abwärtspirale, die sich Schritt für Schritt durch alle Konsumentenmärkte (außer Food) fressen wird. Ergo werden immer mehr Leute verkaufen MÜSSEN, um Cash zu generieren. Müssen, nicht wollen.

    Dabei sein angemerkt, dass ein Rettungspaket im Umfang von 1,2 Billionen € Zar groß klingt, aber je Bundesbürger letztlich “nur” 1500.- € entspricht. Das ist dann in München oder FFM die Monatsmiete für eine 60 m2-Butze.

    Die Bundesregierung hat es ermöglicht, dass Mieter aktuell keine Miete mehr zahlen müssen. In diesem Markt werden Multimilliarden umgeschlagen. Was wird das teilweise Trockenlegen wohl für Auswirkungen auf der Seite der Vermieter haben? Stichworte: Sanierungsstau, Liquiditätsschwierigkeiten, Investitionszurückhaltung etc. etc. Ich denke, demnächst wird sich bei den Handwerkern der Fachkräftemangel in engen Grenzen halten, eher wird es wohl Überkapazitäten auf Anbieterseite geben.

    Ich für mich fasse das aktuell Laufende, dessen lawinenartige Entwicklung durch Corona bestenfalls ausgelöst, aber nicht verursacht wurde, als SPANNENDE ZEITEN zusammen. Ich sehe es beinahe als Privileg, den Untergang zweier Staaten live miterleben zu dürfen.

    Zur Vorsorge war in den letzten 10 Jahren Boom ausreichend Zeit. Man konnte seine Anlagen auch legal und in aller Ruhe aus Euroland heraus verlagern. Nun gilt es möglichst lange gesund zu bleiben und sich und seine Firmen wirkungsvoll einzuigeln.

    Ich denke, Nach-Corona wird erheblichst von Vor-Corona abweichen. Politik wird versuchen, sich an der Mittelschicht schadlos zu halten. Die Oberschicht und auch die obere Mittelschicht hat ja ihr Vermögen längst internationalisiert. Breite Massen werden demnächst finanziell vollkommen ausgezehrt werden, da ja die Wohneigentümerquote < 25 % der Nettoeinkommen entsprechen. Ergo erreichen die Mieten mit Kurzarbeit nun erheblich größere Anteile am Netto.

    Deshalb denke ich, wir erleben eher ein 1920er V2.0 als ein 2008/2009 V2.0. Ergo könnte es mit dem “lange Halten” von Aktien ggf. sehr lang werden.

    Aber, da niemand eine Glaskugel besitzt, warten wir einfach gespannt ab. Generieren weiter Cash, legen dieses, IMHO vorzugsweise außerhalb der Eurozone, an und hoffen gesund heraus zu kommen.

    (Wer hätte beispielsweise gedacht (außer Robert Habeck), dass man Shell tatsächlich mal zu 10 € aufpicken kann.)

    Wobei: Lebend kommt hier sowieso niemand raus. Langfristig! Deshalb sollte man “langfristig” immer sparsam verwenden. Wer 50 ist und statistisch alt wird, kann bestenfalls noch mittelfristig agieren, denn 25 Jahren sind nicht langfristig. Langfristig ist, wenn ich die Depots meiner Kids vor 25 – 20 Jahren begann zu 100 % mit Aktien zu füttern und diese Depots noch immer 20 Jahre Zeit zum gedeihen haben.

    Einen wunderschönen Sonntag und nutzt die Tage!

  3. Hallo Hava,
    also ich mache “buy and hold” .. und generell zum Verkauf … die Frage kaufen oder verkaufen stellt sich bei langfristigen Aktionären nicht … sie bleiben dem Unternehmen verbunden … auch in schlechten Zeiten … wer verkauft hat seine Hausaufgaben vorher nicht gemacht …. Aktien für immer … Krisen passieren … dazu ist die Welt insgesamt mittlerweile zu sehr miteinander verwoben und dementsprechend “dünnhäutig” …fragil …. da helfen nur solide Informationen wie beispielsweise die langfristige Entwicklung von Dividenden Z.B beim DAX … das hilft bei der (vorherigen) Einschätzung einer Aktie …
    Schöne Grüße
    Uwe

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