Die Kennzahl, die dein Leben verändern wird: Der Cost per Wear

Cost per Wear

Welche Frau, aber auch welcher Herr, kennt es nicht: Der massiv volle Kleiderschrank mit nichts zum Anziehen drin. 

Meistens sind die Schränke voll, aber das Herz schlägt für kein Teil mehr so richtig. Wir geben Unsummen an Geld aus für Klamotten, Schuhe und Taschen (vor allem Frauen) – Ich bin sicherlich keine Ausnahmen. Auch mir fällt es manchmal schwer zu widerstehen. 

Die Modeindustrie macht einem dabei das Leben nicht leicht und den Geldbeutel nicht reicher – ständig, ja fast wöchentlich, wechselnde Kollektionen mit neuen Trendteilen. Überschlagen vom Angebot, weil alles irgendwie wirklich schön aussieht, ist die Qualität im ersten Moment dann meist zweitrangig.

Durch ständig wechselnde Trends, werden die Sachen aber schnell langweilig für uns oder es mangelt ihnen eben an Qualität – ein Schrank voll ,,Ich habe nichts zum anziehen“, herausgeworfenem Geld, unklugen Investitionen, schlechtem Gewissen und schlechter Laune. Eigentlich all das, was Du dir doch gar nicht vom Leben wünschst. 

Um meinen Neujahresvorsätzen wirklich gerecht zu werden und beim Shoppen mehr auf Qualität zu achten und einfach viel weniger zu kaufen, habe ich eine tolle Kennzahl, die mich unterstützt, für mich entdeckt: den Cost per Wear. Diese Shopping Kennzahl möchte ich Dir heute vorstellen. 

Wie genau funktioniert das?

Es ist eigentlich ganz simpel: Wenn du die Gesamtkosten eines Teils (z.B. 200€ für Stiefel) durch eine ehrliche Hochrechnung an Tagen, an denen du z.B. die Stiefel tragen würdest und sie noch in Schuss sind teilst, erhälst du den Cost per Wear.

Nehmen wir folgendes an: In Deutschland würdest Du die Stiefel weniger im Sommer tragen, aber dafür im Herbst, Winter und Frühling, also ca. 270 Tage im Jahr. Da die Stiefel eine sehr gute Qualität haben, rechnest du diese Tage z.B. hoch auf 3 Jahre – 810 Tage. 

Um den Cost per Wear zu erhalten, also die Kosten pro einmaligem Tragen, nimmst du nun den Preis von 200€ und teilst ihn durch die 810 Tage. Das ergibt ca. 25 Cent pro einmal Tragen.

Cost per Wear = Gesamtkosten eines Kleidungsstücks / Geschätzte Häufigkeit des Tragens

Ein weiteres Beispiel dafür: Das Silvesterkleid aus Pailletten für 40€. 

Tragen kannst du das Kleid wahrscheinlich 1-2 mal im Jahr für 2 Jahre. Das heißt insgesamt maximal 4 mal. Der Cost per Wear wäre 10€ (40€/4) – ziemlich hoch im Vergleich zu den Stiefeln, obwohl der Preis initial günstiger erscheint. 

Was der Cost per Wear bringt:

Durch die Nutzung der Kennzahl schiftest du dein Mindset in Richtung Qualität vor Quantität und machst dir nicht nur mehr Gedanken über den Preis eines Kleidungsstücks, sondern auch darüber, wie häufig du es tragen kannst. Wenn du darüber nachdenkst, wie häufig du ein Teil überhaupt tragen kannst, fällst du automatisch viel bewusstere Kaufentscheidungen zu den Sachen, die du wirklich brauchst, liebst und wertschätzt.

Da kann es schnell passieren, dass Fast Fashion Teile, die einem initial doch ganz preiswert erscheinen, eigentlich ziemlich teuer für dich persönlich sind und kein gutes Shoppinginvestment :-).

Den Cost per Wear kannst Du nicht nur für Kleidung und Accessoires nutzen. Du kannst die Kennzahl zum Beispiel auch auf Haushaltsgeräte oder andere Gadgets und Kaufentscheidungen (z.B. Anmeldung in einem Fitnessstudio :-)) übertragen. Ich persönlich liebe diese Kennzahl und nutze sie für nahezu jede Kaufentscheidung.

Hast Du schonmal den Cost per Wear bei deinen Kaufentscheidungen ausgerechnet? Welche Tricks nutzt Du um Qualität bei Kaufentscheidungen zu priorisieren?

Liebste Grüße

Hava

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4 Kommentare

  1. Der Cost per Wear oder Cost per Use ist wirklich interessant und hilfreich. Ich war viel zu lange Käuferin von Fast Fashion :/ Doch wie erkenne ich gute Qualität bei Kleidung? Gibt es Tipps, wie ich die ungefähre Tragezeit auch ohne Fachwissen bestimmen kann?

    1. Hi Maria – ich bin kein Textilprofi, aber ich achte immer darauf dass die Stoffe Naturstoffe sind wie Baumwolle, Kaschmir, Seide etc. und weniger Polyester und Viskose. Die ungefähre Tragezeit orientiert sich eigentlich immer ganz individuell an dir selbst – da musst du ganz ehrlich zu dir selbst sein, wie gut kann ich dieses Teil mit anderen kombinieren, zu welchen Anlässen kann ich es tragen etc. 🙂
      Liebe Grüße
      Hava

  2. Wow, das ist ein Beitrag nach meinem Geschmack! Ich überlege mir zwar auch bei jedem Kauf, egal ob Kleidung oder andere Dinge, ob ich das Ding dann auch wirklich nutze oder zumindest lange Freude dran habe. Aber solch eine Kennzahl habe ich noch nie ausgerechnet. Und dabei bin ich selbst, was messbare Betrachtungen angeht, recht einfallsreich. Cost per Wear oder auch Cost per Use sind mir neu. Danke dafür.

    1. Liebe Petra – das freut mich! Probier es einfach mal bei deinem nächsten Einkauf aus – irgendwann macht es sogar richtig Spaß, eben dann wenn man Dinge findet bei denen der Cost per Wear niedrig ist und man sich langfristig drüber freut 🙂

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