Die Berufsunfähigkeitsversicherung: Ob Du sie brauchst und was du beachten musst

Berufsunfähigkeit

Eine Frage, die ich mir unglaublich oft gestellt habe: Ist es notwendig eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu haben? Kann ich darauf verzichten? Generell ist das Thema Versicherungen auch für mich ein sehr undurchsichtiges Thema. 

Deshalb habe ich das ganze mal in die Hand genommen und stelle euch heute mal die Berufsunfähigkeitsversicherung und deren Eckdaten vor. 

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die BU ist eine Versicherung, die du abschließen kannst, um dein Humankapital abzusichern, falls du nicht von passivem Einkommen aus Kapitalanlagen leben kannst. 

Solltest du aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder einem Unfall deinen früheren, zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausführen können, sichert die BU dir eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente. Bei einer BU ist es, anders als bei einer Unfallversicherung, prinzipiell egal, aus welchen Gründen zu berufsunfähig geworden bist. Als berufsunfähig gilt man, wenn du voraussichtlich für mindestens 6 Monate maximal 3 Stunden pro Tag deiner vorher ausgeübten Tätigkeit nachgehen kannst.  

„Ich habe einen Bürojob, da kann doch nicht so viel passieren?!“

Laut einiger Studien wird eine Berufsunfähigkeit, anders als viele denken, am meisten durch psychische Erkrankungen hervorgerufen. Klassiker sind auch Knochen- und Gelenkerkrankungen wie Bandscheibenvorfälle. In diesem Fall greift keine Unfallversicherung (die deshalb auch meist viel günstiger ist als eine BU). 

Der Staat sichert deine Berufsunfähigkeit doch auch ab? Ja, aber sehr begrenzt. Der Staat zahlt Erwerbsminderungsrenten aus. Allerdings wird diese nur ausgezahlt, wenn man in den letzten fünf Jahren mindestens 36 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt hat. Diese liegt bei ca. 750€. Was ganz schön wenig sein kann, wenn zum Beispiel das ganze Einkommen in einer Familie von einer Person abhängig ist. 

Für wen ist also diese Art von Versicherung besonders geeignet?

Für jeden, der seine monatlichen Einnahmen aus seiner Arbeitskraft, also seinem Humankapital erwirbt. Vor allem aber für Alleinverdiener und auch Selbstständige, da Selbstständige keinen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente vom Staat haben, da sie nicht in die staatliche Rentenversicherung einzahlen. Für Studenten und Schüler sind die Prämien meist geringer. Deshalb lohnt es sich auch, in jungen Jahren eine BU abzuschließen. 

Auch Hausfrauen oder Hausmänner können sich durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung absichern. 

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung? 

Die Kosten einer BU sind abhängig von verschiedenen Faktoren. Unter anderem zählen dazu: 

  • Dein Beruf: Maurer zahlen eine höhere Prämie als ein Mathematiker. Hier gibt es verschiedene Risikoprofile. Viele Profiskifahrer können aus diesem Grund überhaupt keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. 
  • Deine Gesundheit: es finden ausführliche Abfragen deiner Gesundheit statt, um die Prämie zu berechnen (frühere psychische Erkrankungen, Bandschiebenvorfälle, Krankenhausaufenthalte usw.) 
  • Die Laufzeit: Bis wann du die Auszahlungsprämien erhalten möchtest spielt auch eine Rolle – bis ins Rentenalter oder nur bis 60? Dadurch steigt/sinkt dein monatlicher Betrag. 
  • Die gewünschte Höhe der Auszahlung: Wie viel man als BU Rente ausgezahlt haben möchte, wenn es dazu kommen sollte. Je mehr, desto teurer. Außerdem steigt dein Gehalt in den meisten Fällen mit zunehmendem Lebensalter. Hier kannst du beispielsweise eine sogenannte dynamische Prämie abschließen.  

Worauf du beim Abschluss achten solltest? 

  1. Kombiprodukte: Wenn du eine BU abschließen möchtest, werden dir möglicherweise Kombiprodukte mit Lebensversicherungen angeboten. Hier ist die Prämie prinzipiell viel höher. Aus diesem Grund, würde ich die Finger von sowas lassen. Du willst eine BU und keine Lebensversicherung zusätzlich. Konzentriere dich, auf das was du brauchst. 
  2. Vergleiche verschiedene Anbieter. Wenn du dafür Hilfe brauchst kannst Du dich auch an einen Honorarberater wenden oder auch innerhalb der ersten Recherche Vergleichsportale wie Check24 nutzen. 
  3. Auszahlungshöhe: Mache eine Finanzaufstellung: Wie viel Geld brauchst du wirklich, um deine Existenz zu sichern? Wenn du einen Haushaltsplan hast, kannst du das besser einschätzen. Denn eine höhere angpeilte Auszahlungsrente bedeutet auch einen höheren monatlichen Betrag. 
  4. Wie viel Rente braucht man? 80% deines Nettoeinkommens – Finanzaufstellung – Wie viel Geld brauchst du Existenzminimum.
  5. Keine Falschangaben: Sei ehrlich beim Gesundheitscheck und verheimliche nichts. Denn das kann dazu führen, dass die Versicherung im Falle einer berufsunfähig Nachrecherchen durchführt und du überhaupt kein Geld ausgezahlt bekommst bzw. teure Prozesskosten trägst.
  6. Konkretes Verweisungsrecht: Diese Klausel gibt an, wann du für die Versicherung als berufsunfähig geltest. Achte auf diese Klausel! Denn sie schützt dich davor, andere Tätigkeiten bei BU Eintritt durchzuführen, wenn deine Versicherung nicht greift und nicht über diese Klausel verfügt. 

Hast du eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Welche Erfahrungen hast du bei der Auswahl gemacht? 

Liebste Grüße

Hava

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