Investment Queens & Kings – 500 €, 5 Investments, 35 Jahre

Investment-Queen

Shopping Queen ist eine der erfolgreichsten Serien im deutschen TV. Nahezu jede Frau kennt das Format: 5 Kandidatinnen, 500€ Budget, begrenzte Zeit und 5 verschiedene Looks, die von den Mitstreiterinnen und dem legendären Juror Guido Maria Kretschmer bewertet werden. Alles dreht sich darum, das erhaltene Geld in einen möglichst tollen Look zu investieren, um als Shopping Queen der Woche zu überzeugen.

Was wäre, wenn wir das Spiel herumdrehen?

Anstatt die 500€ in ein kurzes Shopping-Erlebnis zu investieren, möchtest Du das Geld gerne langfristig, beispielsweise zur Altersvorsorge, anlegen.

Als Investment-Queen oder King erhältst Du nun 500 € und investierst diese langfristig mit einem Anlagehorizont von 35 Jahren. Deine Aufgabe als Investment-Queen – oder auch King ist nun, die beste Rendite aus deinem Geld zu zaubern.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Du dein Geld investieren könntest. Deshalb schauen wir uns mehrere Anlagen an und vergeben Investment Queen Punkte.

Die Spielregeln zusammengefasst:

Budget:                       500€

Anlagehorizont:       35 Jahre

Ziel: langfristige Anlage mit möglichst hoher Rendite im Verhältnis zur Risikobereitschaft des Anlegers.

Um das Ganze möglichst einfach und verständlich zu halten, betrachten wir in diesen Beispielberechnungen keine Inflationsrate.

Anlage 1: Das Tagesgeldkonto und/oder Sparbuch

Eigene Darstellung

Das Tagesgeldkonto und das Sparbuch werfen aktuell leider überhaupt keine Zinsen ab. 1980 gab es auf dem Sparbuch Zinsen von bis zu 4% – heute sind es, je nach Bankinstitut, nur noch 0,2%. Wenn Du das Geld heute auf das Sparbuch legst, wird es sich leider nicht vermehren. Gleichzeitig ist dein Geld durch die Inflation in 35 Jahren weniger wert – d.h. was Du dir heute alles von 500 € leisten kannst, wirst Du Dir mit 65 Jahren damit nicht mehr leisten können. Diesen Faktor (Inflationsrate) haben wir hier mal außer Acht gelassen. Aktuell bedeutet das für Dich: Obwohl dein Geld schnell und einfach auf dem Tagesgeldkonto verfügbar ist, eignet es sich nicht als Anlageklasse – ganz im Gegenteil, dein Geld ist sogar in 35 Jahren weniger wert. Nicht das beste langfristige Investment für Dich.

Als Investmentqueens sagen wir deshalb: 2/10 Punkten

Anlage 2: Das Festgeldkonto

Festgeldkonto

Die Anlage der 500€ bringen auf dem Festgeldkonto schon ein wenig mehr Zinsen (hier gerechnet mit 1%) als auf dem Tagesgeldkonto oder Sparbuch. Den „hohen“ Zinssatz von 1 % erhältst Du bei einer höheren Laufzeit. Auf das Geld kann also eine gewisse Zeit nicht zugegriffen werden, je nach Anbieter (Deshalb auch der praktische Name „Fest“-Geldkonto – das Geld liegt einfach fest und du kannst nicht darauf zugreifen, dafür erhältst du aber eine höhere Verzinsung als bei einem Tagesgeldkonto :-)).

Nach 35 Jahren befinden sich ca. 708 € auf deinem Festgeld-Konto. Ein bisschen mehr als auf dem Tagesgeldkonto und Sparbuch. Aber warum bekommt man denn fürs „einfache Sparen“ nur noch so wenig Zinsen?

Das liegt an der Niedrigzinspolitik, die die Europäische Zentralbank seit einigen Jahren verfolgt. Für Banken ist es aktuell sehr günstig, Geld von der Zentralbank zu erhalten – aus diesem Grund sind die Zinsen sehr niedrig, da die Bank keinen Anreiz hat, dir dein Geld höher zu verzinsen und es bei dir zu leihen.

Als Investmentqueens geben wir, auf Grund dieser Tatsachen: 3/10 Punkten

Anlage 3: Anleihen

Eine weitere Möglichkeit, zu investieren, sind Anleihen. Aber was sind eigentlich Anleihen? Staaten, Länder und Unternehmen geben am Rentenmarkt Papiere aus (u.a. Anleihen), um sich mittel- bis langfristig Kapital zu beschaffen.

Wenn Du eine Anleihe kaufst, wirst Du durch den Erwerb zum Gläubiger und der Emittent, also der Staat oder ein Unternehmen, zum Schuldner. Du fungierst also quasi der Kreditgeber für Staat, Land oder Unternehmen – je nach gewählter Anleihe.

Deine Forderung als Gläubiger gegenüber dem Schuldner ist ein Recht, dass in der Anleihe niedergeschrieben wird. Zudem erhältst Du für dein geliehenes Geld Zinsen. Bei Anleihen werden diese als Kupons bezeichnet.

Die Zinsen bei einer Anleihe richten sich nach der Bonität (Zahlungsfähigkeit). Je geringer die Bonität eines Landes oder eines Unternehmens, desto höher die Zinsen.

Trotzdem handelt es sich bei Anleihen um eine relativ sichere Anlageform, da der Emittent das Kapital am Laufzeitende grundsätzlich zu 100 Prozent zurückbezahlt.

Rendite Staatsanleihen
Quelle: Statista 2019

Aktuell erhältst Du für eine 10-jährige Staatsanleihe der USA beispielsweise einen Zinssatz von 1,7 % über 10 Jahre. Das ist ein wenig mehr als aktuell auf dem Festgeldkonto.

Das gute an Staatsanleihen sind: Das Risiko ist relativ gering und die Zinsen sind fest über die Laufzeit und garantiert. Da du dem Staat Geld leihst, ist das Ausfallrisiko deines geliehenen Geldes sehr gering. Auch das erhältst Du zum Ende der Laufzeit zurück.

Da es sich bei Staatsanleihen um relativ sichere Anlagen mit festem Zinssatz über die Laufzeit handelt, ist der Zinssatz nicht allzu hoch, dennoch zum Teil höher als bei Sparbuch und Festgeldkonto. Aber Vorsicht: Man muss natürlich darauf achten, welches Land bei Staatsanleihen wirklich Sicherheit bietet und welches nicht – glieches gilt für Unternehmensanleihen. Erinnert man sich an die Zahlungsschwierigkeiten von Griechenland im Rahmen der Euro-Krise zurück, so merkt man schnell, dass ein Ausfall bei Anleihen mit hohem Koupon nicht unrealistisch sind. – wohingegen Staaten wie Deutschland als sehr sicher gelten.

Als Investmentqueens geben wir für dieses Investment deshalb: 5/10 Punkten

Anlage 4: Die Aktie

Aktien sind Anteilsscheine an einem Unternehmen. Wenn du eine Aktie besitzt, besitzt du einen gewissen Anteil an einem Unternehmen. Aktien werden an der Börse gehandelt.

Betrachtet man Aktien über einen längeren Anlagehorizont, bieten diese deutlich höhere Renditen als Sparbuch oder Anleihe. Aber: Die Renditen können, im Zeitverlauf, auch stark schwanken. Der Aktienkurs ist abhängig von sehr vielen internen und externen Faktoren des Unternehmens (Politik, PR, Innovationen etc.). Anders als bei Anleihen erhältst Du für deinen Anlagehorizont keine fixe Zinszahlung, du hast somit ein höheres Risiko für deine Anlage.  Für das Risiko bekommst Du aber auch deutlich höhere Zinsen in Form von Ausschüttungen. Dies bedeutet, dass das Unternehmen, an welchem du nun Anteile hältst, zum Ende eines jeden Geschäftsjahres einen Teil des Jahresüberschusses ausschüttet. Du partizipierst also an der Performance des Unternehmens – was zu einem gewissen Risiko, aber auch einer Chance führt.

Zudem bist Du an der Entwicklung des Unternehmenswertes beteiligt. Steigt beispielsweise der Wert des Unternehmens, so steigt in der Regel auch der Wert deiner Aktie und du kannst bei einem Aktien-Verkauf ebenfalls davon profitieren. Schaut man sich beispielsweise die Entwicklung von Wirecard für die letzten 5 Jahre an, erkennt man eine klar steigende Tendenz von 28,91€ Wert der Aktie in 2014 zu 142,05€ heute. Das ist eine fantastische Aktienentwicklung. Was man jedoch auch sieht: Trotz stetigem Wertzuwachs der Aktie gibt es Schwankungen, die den Kurs ab und an haben einbrechen lassen.

Wirecard Aktie

Wirecard zählt mittlerweile zum deutschen Aktien Index (DAX). Ein Index misst die Entwicklung einer bestimmten Gruppe von Wertpapieren. Der DAX fasst die Kursentwicklung der 30 größten und wichtigsten Aktienunternehmen Deutschlands zusammen.

DAX

Betrachtet man den Verlauf des DAX seit 1988 wird der Trend, ähnlich wie bei der Wirecard Aktie, sichtbar: Prinzipiell starkes Wachstum mit hohen Renditen, gekennzeichnet durch vereinzelte Einbrüche über die Jahre hinweg (durch Finanzkrisen beispielsweise).

Ich persönlich glaube fest daran, dass Aktien von Unternehmen mit einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell, einer guten Geschäftsführung und passender Kennzahlen, eine gute Anlage mit deutlich höheren Renditen als bei Festgeldkonto und Anleihen sein können. Wichtig ist, sich Zeit für die Auswahl passender Aktien zu nehmen (Artikel hierzu findet ihr hier), sein Risiko zu streuen (nicht alles auf ein einziges Unternehmen zu setzen) und einen langfristigen Anlagehorizont zu wählen und somit auch Krisen aussitzen zu können.

Je nach Risikoprofil kannst Du dir somit ein ganz individuelles Aktiendepot mit einer Rendite von 4 – 12% jährlich zusammenstellen. So lag die durchschnittliche Rendite aller DAX-Werte seit Bestehen des Indizes bei ca. 6% pro Jahr – trotz starker Schwankungen im Zeitverlauf.

Als Investmentqueens vergeben wir auf Grund des höheren Risikos, aber auch der deutlich höheren Rendite: 8/10 Punkten.

Anlage 5: Anlage in gemischte Fonds

ETF MSCI World
Quelle: iShares

ETFs sind börsengehandelte Fonds, die passiv eine bestimmte Investment-Gruppierung, beispielsweise einen Aktienindex wie den DAX, abbilden. Sie bündeln ein Portfolio aus Wertpapieren, das aus Aktien oder Anleihen besteht, in einem Paket. Der ETF zielt darauf ab, die Wertentwicklung eines solchen Indizes, nachzubilden und die gleiche Rendite wie der Index zu erzielen.

Bei ETFs hat Du den Vorteil, dass kein Fondsmanager oder Du selbst dein investiertes Geld und den Fond verwalten müssen (wenn er z.B. Aktien zu- oder verkauft). Dadurch sind die laufenden Kosten eines ETFs im Vergleich zum aktiv gemangten Fond viel geringer.

Im Vergleich zu Einzelaktien ist hier der Vorteil, dass dein Risiko von Anfang an stärker gestreut wird, da ein Index abgebildet wird und nicht nur ein einzelnes Unternehmen. Gleichzeitig hast Du die Möglichkeit einen Sparplan anzulegen und regelmäßig in den Fond zu investieren – das geht beim Kauf von Einzelaktien leider nicht. Dennoch: Auch hier trägst Du ein höheres Risiko und kannst nicht selbst aktiv in die Entwicklung deines Depots eingreifen (durch Verkauf und Zukauf von Aktien).

Wenn Du deine 500€ über 35 Jahre beispielsweise in den MSCI World investierst, der beispielhaft 6% abwirft, hast Du durch den Zinses-Zins Effekt eine solide Summe von 3.843 € – ganz schön viel im Vergleich zu Girokonto, Sparbuch und Co?

Auf Grund der hohen Rendite, der geringen Kosten und der guten Streuung des Risikos geben wir als Investmentqueens: 9/10 Punkten.

Fazit:

Wie Du sehen kannst, macht es schon bei kleineren Beträgen wie 500€ Shopping Geld Sinn sein Geld anzulegen, um mehr daraus zu machen.

In diesem Beispiel war das Ziel die höchste Rendite bei langfristigem Investieren zu erzielen -dafür gibt es keine Paradelösung für jedermann, denn der eine fühlt sich wohl dabei, alles auf eine Aktie zu setzen und der andere möchte doch lieber feste Zinsen und präferiert die Staatsanleihe. Das hängt von deinem persönlichen Risikoprofil ab und ist auch völlig in Ordnung so :-).

Wichtig ist, dass Du dich nach richtigen Anlagen, die zu Dir persönlich passen, umschaust, da Girokonto, Sparbuch & Co im Moment keinerlei Zinsen abwerfen.

Es kann deshalb durchaus Sinn machen, sich damit zu beschäftigen, sein Geld an der Börse zu investieren. Wenn Du noch kein Depot hast und eines eröffnen möchtest, gibt es aktuell ein tolles Angebot von den comdirect Finanzheldinnen mit 100€ Startguthaben und kostenloser Depotführung.

Beim Kauf von Einzelaktien sollte man darauf achten, verschiedene Aktien zu kaufen (z.B. aus verschieden Branchen) und nicht alles auf eine Karte zu setzen, um sein Risiko zu streuen und Verluste zu vermeiden.

Wie hättest Du die 500€ angelegt? Ein paar Wirecard-Aktien oder doch lieber die Valentino Schuhe bei Guido Kretschmer? 😉

Ich freue mich über Deinen Kommentar!

Liebste Grüße

Hava

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