Altersarmut und Rentenlücke – wirst Du von deiner gesetzlichen Rente leben können?

Rentenlücke

Wir werden immer älter. Studien zeigen, dass unsere Lebenserwartung in Deutschland stetig steigt und im Moment zwischen 80 und 90 Jahren liegt – Also besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Du mit Eintritt in deine Rentenzeit im Alter von 67 Jahren statistisch gesehen noch ganz schön viel Lebenszeit für all die schönen Dinge des Lebens vor Dir hast – Reisen mit den Kindern, Nichten und Neffen, Neues lernen und entdecken, vielleicht noch einmal Studieren und eben all den Dingen nachgehen, die einen glücklich machen.

Hast Du schon einmal über deine Rente nachgedacht? Für die meisten von uns scheint das ganze Thema weit weg zu sein, obwohl in den Medien regelmäßig über Altersarmut in Deutschland diskutiert wird. Um unabhängig zu sein und für all die Dinge, die Du in deiner Rentenzeit gerne tun möchtest, braucht man Geld. In Deutschland leben wir in einem Staatssystem, welches Dir, durch regelmäßige, gesetzliche Einzahlungen in die staatliche Rentenkasse während deiner Arbeitsjahre, eine gesetzliche Rente verspricht. Aber wie viel wird das eigentlich genau sein und reicht die gesetzliche Rente im Alter zum Leben? Hast Du Dir mal diese Fragen gestellt?

Altersarmut und die Rentenlücke in Deutschland

In Deutschland, einer Wohlstandsgesellschaft, wird Armut als relativ definiert. Das bedeutet, wenn ein Mensch im Vergleich zum deutschen Durchschnittseinkommen, relativ gesehen, weniger verdient. Als arm definiert man eine Person, wenn sie weniger als 60% des deutschen Durchschnittseinkommen verdient – also weniger als 930€ im Monat zur Verfügung hat.

In Deutschland sind laut Süddeutscher Zeitung 19,5% der Rentner von Altersarmut betroffen. Besonders stark betroffen sind vor allem Frauen. Erhebungen des Statistischen Bundesamt zeigen, dass Frauen im Rentenalter mit einem Anteil von 20% öfter von Altersarmut gefährdet sind als Männer mit 15%.

Was sind Gründe für Altersarmut bei Frauen & Männern?

1. Gehaltsunterschiede 

Prinzipiell ist es so, dass diejenigen, die mehr verdienen, mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und wiederum natürlich eine höhere Rente erhalten. Nun ist es so, dass Frauen in Deutschland immer noch 20% weniger Geld für die gleiche Arbeit, als Männer in der gleichen Position verdienen. Dies ist unter anderem einer der Gründe, warum Frauen tendenziell eher von Altersarmut betroffen sind als Männer.

2. Unterbrechungen der Einzahlungen in die Rentenkasse

Zahlt man weniger oder gar nichts in die gesetzliche Rentenkasse auf Grund von Arbeitslosigkeit, Teilzeit und Kindererziehung ein, verringern sich somit auch die Rentenansprüche im Alter. Besonders häufig sind vor allem Frauen, die auf Grund von veralteten Rollenmustern und Erziehung der Kinder, viel häufiger in Teilzeit arbeiten oder ihren Job ganz aufgeben, betroffen.

3. Keine private Vorsorge

In den vergangenen Jahren gab es einige Rentenreformen, die staatliche Rentenanteile in ein freiwilliges, eigenverantwortliches private Vorsorgesysteme ersetzt haben. Durch diese Änderungen werden die Rentenanpassungen im Vergleich zu deiner Lohnentwicklung in der Zukunft viel geringer ausfallen. Das heißt, dein Gehalt mag zwar steigen, aber die Rentenzahlung wird nicht zum identischen Satz angehoben und dein Rentensatz erhöht sich somit nicht um den angestiegenen Lohnsatz im Alter. Dadurch kann eine Rentenlücke für Dich entstehen.

Was ist die Rentenlücke?

Eine Rentenlücke entsteht durch die Differenz zwischen deinem letzten Gehalt und der staatlichen Rente, die Du erhältst.

Das ist Dir vielleicht noch gar nicht bewusst, aber im Ruhestand wird Dir deine gesetzliche Rente, auf Grund dieser Reformen und der Inflation nicht ausreichen, um deinen Lebensstandard beizubehalten und unbeschwert all die Dinge zu tun, auf die Du Lust hast.

Wie hoch ist meine persönliche Rentenlücke?

Bei der Berechnung deiner persönlichen Rentenlücke ist von deinem Bedarf im Alter auszugehen. Als Faustformel gilt hier, dass dein Finanzbedarf ca. 70 – 80% des letzten Nettoeinkommens betragen wird. Vereinfacht beträgt deine Rentenlücke dann dein Finanzbedarf abzüglich der gesetzlichen Rente, die Du durch Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung erhältst.

Nicht vergessen: Wichtig bei der Berechnung ist das Einbeziehen der Inflation. Von deinen 2 € heute kannst Du dir in 40 Jahren nämlich, auf Grund der Inflation, weniger leisten als du es heute kannst.

Lass uns das Ganze an einem Beispiel gemeinsam durchrechnen. Für die Berechnung habe ich, den Rentenlückenrechner des Deutschen Instituts für Altersvorsorge genutzt. Bei dieser Berechnung gehen wir von einer Inflationsrate von 1,9%, einer jährlichen Gehaltsanpassung von 1,9% und einer Rentenanpassung von 1,6 % aus (auf Grund der neuen Rentenreformen – wie oben schon beschrieben).

Rentenlücke
Rentenlücke am Beispiel

Gerechnet habe ich mit einem  beispielhaften derzeitigen Nettoeinkommen von 2.500 € – das kannst Du im Rechner, genauso wie dein Geburtsjahr, individuell anpassen.

Berücksichtigt man all diese Faktoren kommst Du auf eine gesetzliche Rente von 1.036 € – was nicht gerade viel ist (wie oben beschrieben, hatten wir die Armutsgrenze in Deutschland im Moment bei 930€ definiert – mit Inflation könnte das zu deinem Renteneintritt (in 35 Jahren) sogar unterhalb der liegen). Um deinen Lebensstandard mit 70 – 80 % deines letzten Nettoeinkommens vor Renteneintritt zu erhalten bräuchtest Du 1.464 €. Das ist deine Rentenlücke.

Ganz schön hoch die Lücke, oder?

Vorbeugen von Altersarmut und Sicherung der Rentenlücke

Wie Du sehen kannst ist Altersarmut in Deutschland, vor allem bei Frauen, weiterverbreitet als Du denkst. Gründe hierfür sind unregelmäßige Einzahlungen in die Rentenkasse, immer noch bestehende Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern und keine private Rentenvorsorge.

Wichtig ist, dass Du dich mit deiner Rente und der potenziellen Rentenlücke auseinandersetzt, selbst am Ball bleibst und dich nicht blind auf Ehepartner und Staat verlässt – denn diese Rechnung wird garantiert nicht aufgehen.

Um deinen Wohlstand und deine Unabhängigkeit auch im Alter und Ruhestand zu sichern, ist es wichtig auch privat vorzusorgen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten für das Alter vorzusorgen und einer unbeschwerten Zukunft. Investitionen in Fonds, ETF und Aktien oder eigenen Immobilien. Dazu wird es auf Femance weiterhin noch einige, interessante Artikel für Ideen und Inspiration geben.

Sorgst Du schon für deine Rente vor?

Liebste Grüße

Hava

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